…und wir konnten sogar eine Woche „verlängern“. Vom 7. April bis zum 19. Mai war es den Besuchern möglich, die kreativen Kinderkunstwerke aus drei Lebenshilfe-Kitas zu bewundern – und sie taten es gern.  

Foto: Frau Wenzel-Jaeckel

Einige ältere Menschen teilten angeregt eigene Kindheitserinnerungen mit mir, Eltern brachten zum Ausdruck, wie wichtig es in ihren Augen sei, „Vorhandenes“ zu nutzen, um Neues entstehen zu lassen (Nachhaltigkeit eben) und die Kinder waren stolze Experten. Sie führten die Familien herum oder kamen mit der Kindergruppe. Einige wurden sogar inspiriert, das Gesehene in der eigenen Kita nachzubauen. Die Ausstellung gewährte nur einen kleinen Einblick – längst nicht alle tollen Projekte der Kinder konnten wir zeigen. So zum Beispiel das beeindruckende, große Spielhaus der „Schmetterlinge“ aus dem „Gänseblümchen“:

Die Exponate sind aus dem Kulturbahnhof wieder in die Kitas zu den Kindern zurückgekehrt und schon werden neue Vorhaben und Ideen entwickelt, Bestehendes weiter gedacht, besprochen, ausgehandelt, ausprobiert… eben wie sonst auch 🙂 Einige der „Aussteller“ werden bald ihren Kindergarten verlassen und zur Schule gehen. Dort warten dann neue, interessante und sicher auch anspruchsvolle Aufgaben und Herausforderungen auf die Kinder (und Eltern). Manchen Freund kann man dann eventuell auch nicht mehr täglich treffen, weil Schulwege sich trennen und neue Menschen ins Leben der Kinder treten und deren Alltag begleiten. Dieser wichtige Übergang in den neuen Lebensabschnitt „ein Schulkind sein/werden“ beinhaltet viele verschiedene kleine Schritte, die nacheinander „geschafft“ werden müssen, damit der Alltag gelingt.

Genau wie vor ein paar Jahren beim Übergang aus dem Elternhaus in die Krippe oder den Kindergarten: Eltern mussten Zutrauen in die Fähigkeiten und wachsende Selbständigkeit ihres Kindes entwickeln können und oft auch lernen loszulassen. Kinder begannen, sich die Welt zu erobern, ohne Mama oder Papa stets an der Seite zu haben. Erzieher:innen und neue Freunde konnten zunehmend den „sicheren Hafen“ außerhalb der Familie bieten und die Kinder ermuntern, sich spielend die Welt anzueignen. Der „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“ und die anderen Papilio-Maßnahmen in den Kitas sind ein wertvoller Beitrag auf diesem Weg, um Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln zu können (Selbstwirksamkeitserleben) und damit auch der Ungewissheit oder Angst gegenüber neuen Anforderungen zu begegnen.

Der Schmetterling Papilio, (Sinnbild für die verschiedenen notwendigen Entwicklungsschritte im Leben und Symbol/Marke für alle gleichnamigen Präventionsprogramme) hat den Kindergruppen aus dem „Gänseblümchen“, „Sonnenkäfer“ und „Zwergenhaus“, die zu der Ausstellung beigetragen haben, eine Brief zukommen lassen. Darin würdigt er die findigen Leistungen der Kinder und bedankt sich für ihr Tun. Als ich kürzlich in der Kita „Gänseblümchen“ vorbeischaute, erzählten mir die Kinder, wie sehr sie sich darüber gefreut haben und an welchen Ideen sie derzeit gerade „feilen“…

Wir arbeiten ständig daran, uns weiterzuentwickeln und weiterzubilden. Damit die oftmals erste und prägende Veränderung für Familien, der Übergang der Kleinsten in die Krippe, noch besser begleitet werden kann, starten Ende September die ersten Erieher:innen-Fortbildungen im Programm „Papilio®-U3“. Wenn Bedingungen und Abläufe für alle Beteiligten transparent gestaltet und gemeinsam entwickelt werden können, entstehen wertschätzende Beziehungen und der nötige „Vertrauensvorschuss“ fällt den Eltern leichter.

Interessierte pädagogische Fachkräfte aus Krippen konnten sich bereits im Mai während zweier online-Veranstaltungen mit der der Papilio gGmbH, dem Präventionspartner BARMER und uns Trainer:innen dazu austauschen.
(Nähere Informationen, auch zu Papilio-U3, unter www.papilio.de.)

Besonders freut mich auch, dass ich kürzlich drei Erzieherinnen als „Dankeschön“ für Ihre engagierte Umsetzung des Programmes im Kindergarten ihre Zertifizierungs-Urkunden für „Papilio®-3bis6“ überreichen konnte.

Foto: Frau Wenzel-Jaeckel

Kathrin Wenzel-Jaeckel, Papilio®-Trainerin