Nun gibt es die Schulsozialarbeit, welche sich in der Trägerschaft der Lebenshilfe Stollberg befindet, bereits ein Jahr an der Grundschule „Albrecht Dürer“. Das erste Jahr war geprägt von vielen neuen Eindrücken, vom Aufbau stabiler und nachhaltiger Kontakte und Vertrauensbeziehungen zu Schüler/innen, Eltern, Lehrer/innen und den pädagogischen Fachkräften aus dem Hort „Am Park der Sinne“ bis hin zur herausfordernden Corona-Krise.

Nach den Fachempfehlungen des Sächsischen Landesjugendhilfeausschusses ist die für die Beziehungsgestaltung erforderliche professionelle Haltung „dabei v.a. von Wertschätzung, Respekt, Vertraulichkeit, aber auch Verlässlichkeit und Transparenz geprägt, damit Schulsozialarbeit wirksam werden und das Erarbeiten von individuellen Lösungsstrategien unterstützen kann.“

Die Schulsozialarbeit an Grundschulen ist ein noch „junger“, aber – wie sich zeigt – nicht weniger erforderlicher Bereich. Somit wird die „Lücke“ zwischen den Kindertagesstätten und der Schulsozialarbeit an den weiterführenden Schulen ab Klasse 5 geschlossen. Die Lebenshilfe Stollberg als Kita-Träger und Träger der Schulsozialarbeit an Grund- und Oberschule sowie Gymnasium, kann auf ein gutes Netzwerk setzen.

Die ersten Wochen in diesem Schuljahr waren bereits prall gefüllt. In den vier ersten Klassen konnte man sich über praktische Übungen zur Stärkung sozialer Kompetenzen untereinander besser kennen lernen. Zudem wurde das Thema „Regeln“ aufgegriffen: Wo begegnen uns überall Regeln und wozu sind sie da?. Dabei wurden erste, klasseninterne Verhaltensregeln für ein gutes Miteinander besprochen. Passend zum Sachunterricht konnten die Kinder der Klassenstufe 2, im Rahmen der Schulsozialarbeit gemeinsam Klassenregeln erarbeiten, auf einem Plakat festhalten und mit ihrer Unterschrift besiegeln.

In der Klassenstufe 4 stand zu Beginn des Schuljahres wieder die Klassensprecherwahl an. Im vergangenen Jahr wurde zum ersten Mal, im Sinne der demokratischen Bildung, die Klassensprecherwahlen durchgeführt. Dabei wurde über Rechte und Pflichten von Kindern, über die Aufgaben eines Klassensprechers und über die Merkmale und den Ablauf einer demokratischen Wahl gesprochen. In allen drei vierten Klassen haben sich viele Kinder Gedanken gemacht und sich um das Klassensprecheramt beworben. In einer geheimen Wahl wurden in den Klassen jeweils ein/e Klassensprecher/in und ein/e stellvertretende/r Klassensprecher/in gewählt – das war vielleicht spannend! In einer Klasse musste sogar eine Stichwahl durchführen werden. Mit der Frage „Nimmst du die Wahl an?“, dem Übergeben einer Urkunde und mit einem Applaus wurden die entsprechenden Kinder beglückwünscht.

Auch im Schuljahr 2020/2021 wird die Schulsozialarbeiterin an der „Albrecht Dürer“ Grundschule weiter für die Schüler und Schülerinnen da sein, sie bei der Bewältigung des Schulalltages begleiten, beraten und unterstützen.

Ende Januar 2021 wird es für alle Schüler und Schülerinnen zwei bis drei aufeinanderfolgende Präventionstage geben, an denen wichtige Themen zum Sozialen Miteinander bearbeitet werden. Dafür werden in den nächsten Wochen Netzwerkpartner gesucht, die das Projekt an diesen Tagen hoffentlich unterstützen können.

Justine Friedrich (Schulsozialarbeiterin an der „Albrecht Dürer“ Grundschule Stollberg)